Yoga

Geschichte und Philosophie

Yoga stammt aus Indien und ist eine der ältesten Lehren und Methoden, die sich mit der Gesamtheit des Menschen – Körper, Geist und Seele – und seiner Harmonie und Einheit beschäftigt. Das gesammelte Wissen kommt aus der Zeit weit vor Christi Geburt, es ist mindestens 3‘500 Jahre alt. In den historischen Texten der Bhagavad Gita, den Upanischaden, der Vedanta und dem Sanskrit kann man über den Ursprung und den Übungsweg des Yogas nachlesen. Die heiligen Schriften lehren u.a. den Umgang mit dem Geist, das Einüben der Körperhaltungen – der sogenannten Asanas -, und das kontrollierte Atmen – Pranayama -.

Der Weg nach innen

Der Weg befindet sich in uns. Auf diesem Weg verbinden wir unseren Körper mit dem Geist und der Seele. Meditation, Atemübungen (Pranayama) , Asanas (Körperstellungen) helfen uns dabei. Durch die körperliche Anstrengung und das Loslassen, kommen wir in eine äussere und innere Balance. Das Ziel der Meditation ist, unseren Geist zur Ruhe zu bringen, Gedankenmuster aufzulösen, die Gedanken zu kontrollieren, um nicht von ihnen abgelenkt und beherrscht zu werden. Yoga ist durchaus alltagstauglich, nichts Abgehobenes. Mit Achtsamkeit in den Gedanken, in den Worten und Handlungen sich selber und den Mitmenschen gegenüber, hat man bereits den Fuss auf den Yoga Pfad gestellt. Der Körper dient uns als Instrument, regelmässiges Üben zeigt automatisch seine Wirkung, auch ohne Studium der Philosophie.

Vitalität, Gesundheit und Freude

Es gibt viele Gründe mit Yoga zu beginnen, sei es als Sinnsuchende, als Ausgleich zum stressigen Alltag oder aus gesundheitlichen Gründen. Neben all den positiven Effekten wie Kraft, Beweglichkeit, Flexibilität, verbessertes Körpergefühl, Zentriertheit und geistige Klarheit, um nur Einige zu nennen, bringt Yoga Spass und Freude ins Leben.

Yoga Nidra – der Yoga Schlaf

Yoga Nidra ist ein Zustand der Tiefenentspannung, ein Schlafzustand, ein Heilschlaf, bei dem wir gleichwohl nicht schlafen. Wir bleiben im Gegenteil hellwach während der ganzen Dauer der Übung. Den scheinbaren Widerspruch können wir am leichtesten verstehen, wenn wir an eine Art Dämmerzustand denken, also an einen Zustand zwischen Wachsein und Schlaf. Im Yoga Nidra schläft der Körper, der Geist ruht aus, aber das Bewusstsein ist da, vielleicht mehr denn je.
Im Yoga Nidra erreichen wir eine Bewusstseinstiefe wie sonst nur selten – ausser in der Meditation. Wir gelangen an unsere innerste Quelle; alles Äussere ist weit weg. So tief in uns, wirkt das Samkalpa wie ein Samenkorn, das in frische, gut vorbereitete Erde gelegt wurde. Es geht auf und treibt Wurzeln. Die Frucht wächst in die oberen Bewusstseinsschichten hinein, und erst dann merken wir, wie sich etwas von innen her verändert hat. Unser ganzes Denken und Handeln wird sich – ohne dass wir es gleich bemerken – so ausrichten, dass unser Samkalpa in Erfüllung gehen kann. Innere Führung könnte man das nennen – bis hin zum Ziel. Es ist für den Lehrenden wichtig zu erfahren und zu vermitteln, dass ein gut gewähltes Samkalpa eigentlich immer in Erfüllung geht!

Samkalpa

Ein Samkalpa ist ein Vorsatz, ein Entschluss. Da die ganze Persönlichkeit im tiefen Yoga Nidra an die Quelle gelangt, ist ein solcher Entschluss ungeheuer machtvoll und geht immer ohne jeden Zweifel in Erfüllung. Es muss ein kurzer, einprägsamer Satz sein, dessen Inhalt wesensmässig in einem verankert ist. Man wählt also unter den Schwächen oder Komplexen das Wichtigste aus, oder lauscht dafür einfach nach innen. Dann formuliert man einen klaren, positiven Satz.
Eine gute Hilfe, um das richtige Samkalpa zu finden, sind die folgenden Fragen: „Was stört mich am meisten an mir, an meinem Verhalten? Welche Eigenschaften, welches Verhalten zieht am meisten Leid nach sich? Was möchte ich in meinem Leben unbedingt ändern? Wo fühle ich mich minderwertig? Was an mir kann ich (noch) gar nicht lieben?“
Das Samkalpa sollte normalerweise nicht geändert werden, bis es sich vollständig erfüllt hat. Andernfalls würden sich unsere Kräfte zerstreuen. Lediglich wenn der Übende das Samkalpa zunächst ‚falsch‘ gewählt hat (z.B. ein zu profanes oder ein völlig unrealistisches Ziel gewählt hat), kann das Samkalpa noch einmal geändert werden.
Deswegen macht es Sinn, das Ziel des Samkalpa von vornherein ‚höher‘ anzusiedeln und mit positiven Begriffen auszustatten. Es ist also wesentlich sinnvoller zu sagen: „Ich bin sicher, frei und voller Vertrauen im Leben“ als „Ich habe diese oder jene Angst überwunden“. Oder statt dem Satz: „Ich bin frei von Neid und Missgunst“ sollte man besser formulieren: „Ich wünsche meinen Mitmenschen von Herzen alles Liebe und Gute“.

Das Samkalpa sollte man für sich behalten. Wer bei der Wahl des eigenen Samkalpa unsicher ist, kann auch den Lehrenden darauf ansprechen.

Auszüge aus dem Yoga Lexikon:

Sanskrit = wörtl. zusammengefügt, verfeinert, veredelt. Die Sprache der heiligen Schriften des Hinduismus und der Quellentext des Yoga wie z.B. Bhagavadgita, Yogasutra und Hatha-Pradipika. In den heiligen Schriften Indiens heisst es, dass die Seher oder Rishis die Sanskrit-Mantras in ihrer inneren Erfahrung hörten oder sahen und dass die von ihnen überlieferten Worte die Schwingung des göttlichen Urklangs in sich tragen und dadurch eine besondere Kraft haben, uns zur höchsten Wahrheit zu führen.

Upanischaden = Bezeichnung für heilige Schriften Indiens, die der vedischen Offenbarung (Shruti) zugerechnet werden und die Grundlage des Vedanta bilden. Upa-ni-sad bedeutet ‚nahe sitzen bei‘ (einem Lehrer). Dies bezieht sich auf die alte Tradition der spirituellen Unterweisung durch den unmittelbaren Kontakt und das gesprochene Wort. In den Yoga-Upanischaden wird speziell der Yoga als Weg zur Befreiung beschrieben.

Bhagavad Gita = Gesang des Herrn, Gesang des Erhabenen. Die bekannteste aller indischen heiligen Schriften, erscheint als Episode in dem Epos Mahabharata und umfasst 18 Kapitel mit insgesamt 701 Versen. In diesen Texten wird u.a. ausführlich über die verschiedenen Yoga-Wege, vor allem dem dreifachen Pfad von Karma-, Jnana- und Bhakti-Yoga, d.h. den Yoga der Werke, der Erkenntnis und der Liebe. Diese werden als Einheit gesehen und verschmelzen zu einer Synthese, aber dennoch wird von Kommentatoren gern der eine oder andere Aspekt, z.B. Bhakti, als besonders bedeutsam hervorgehoben.

Veden = Wissen, spirituelle Erkenntnis. Der Begriff ‚Veden‘ umfasst im weitesten Sinne die Gesamtheit der alten heiligen Schriften der Hindus, die von den Rishis oder Sehern als göttliche Offenbarung, Shruti, geschaut wurden.

Vedanta = Ende oder Essenz des Veda. Der Begriff bezeichnet sowohl die Upanischaden als auch die Lehren, die sich auf sie gründen, ebenso wie die Bhagavadgita. Der Vedanta wurde seit Ende des 19.Jhs. von den Swamis der Ramakrishna Mission im Westen verbreitet und fand viel Anklang bei amerikanischen und europäischen Studenten indischer Spiritualität. Ein massgeblicher Repräsentant war Swami Vivekananda.

Yoga =Vereinigung, Verbindung, Vereinigung mit dem Göttlichen; Kontrolle von Geist und Sinnen. Das Wort ist abgeleitet von der Wurzel yuj, anjochen, anschirren, und ist etymologisch verwandt mit dt. ‚ Joch‘.

Yogasutra = Yoga-Aphorismen, Patanjalis Lehrbuch des klassischen Yoga-Systems in 195 Sutras. Damit wurde jener Yoga begründet, der zu den sechs orthodoxen Philosophiesystemen des Hinduismus gehört und allgemein als Raja-Yoga bekannt ist. Der Text wurde zwischen dem 2. Jh. V. Chr. Und dem 4. Jh. N. Chr. verfasst (gemäss der Auffassung verschiedener Gelehrter) und wird bisweilen auch als Patanjala-Sutra bezeichnet.

Sutra = Faden, Leitfaden, Richtschnur, Aphorismus. Alle Quellentexte der sechs klassischen Philosophie-Systeme Indiens sind in Sutra-Form verfasst, so auch das Yogasutra.
Das Yoga Lexikon

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